Hybride Formate werden zunehmen

Das Journal hat vier verantwortliche Akteure der politischen Bildung zu ihren Erfahrungen und Ambivalenzen während der Corona-Pandemie interviewt und die schwierige Frage nach Über­legungen zur Situation der politischen Bildung nach der Pandemie gestellt.* Hier die Antworten:


Journal: Welche Auswirkungen hatten/haben die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für die Arbeit Ihrer Einrichtung?

Stéphanie Bruel, Europäische Akademie Otzenhausen (EAO): Der erste Lockdown und die anschließenden Einschränkungen haben die Bildungsarbeit der EAO hart getroffen. Diese versteht sich als Bildung in der Begegnung, vor allem im europäischen und internationalen Kontext. Folglich wurden seit März über 80 Prozent der eingeplanten Maßnahmen im Präsenzformat abgesagt. Diese Situation führte zu finanziellen Mindereinnahmen, wodurch Kurzarbeit für alle Mitarbeiter*innen bis mindestens Ende des Jahres 2020 notwendig wurde. Die bisher ins Leben gerufenen bundes- wie landesweiten Hilfspakete haben sich leider für Bildungsorganisationen mit eigenem Haus als kaum passend erwiesen und konnten daher nur sehr bedingt in Anspruch genommen werden.

Uwe Roßbach, Arbeit und Leben Thüringen: Die Maßnahmen waren ein Beschleuniger in Richtung „Digitalisierung der Einrichtung“. Im Rahmen der Thüringer Strategie der Digitalisierung der Erwachsenenbildung sollte das Jahr 2020 den Startpunkt bilden. Zusätzliche Fördermittel standen zur Verfügung, um nach der Förderlogik: Pädagogisches Konzept – Technische Ausstattung – Qualifizierung des (pädagogischen) Personals erste Schritte zu gehen. Die Pandemie hat den zuvor geplanten Prozess, an dessen Ende 2022 mehr teildigital realisierte Angebote stehen sollten, umgekehrt. Nun war die Herausforderung, zunächst Angebote voll zu digitalisieren und parallel die technische Infrastruktur aufzubauen und Fortbildungen durchzuführen.

Förderbürokratie sei Dank: Natürlich mussten die ausgefeilten Projektanträge umgeschrieben werden, was zum Teil den einrichtungsinternen Selbstverständigungsprozess vorangetrieben hat. Zudem haben sich ebenfalls synchron zu diesem Prozess die Kooperationsformen innerhalb des Betriebs grundlegend gewandelt, etwa von den üblichen Face-to-Face-Arbeitsgruppen zur breiteren Nutzung von Onlinekollaborationsformen. Auch dies musste breit implementiert und v. a. geübt werden. Parallel dazu waren politische Interventionen zur Sicherung der Einrichtungen durch unterschiedliche Fördermittelgeber nötig (Umwidmung von Fördergeldern, Anpassungen bei Projektzielen usw.). Diese führten v. a. im Bereich der politischen Bildung gerade bei den großen Förderern Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und Deutsch-Französisches Jugendwerk zu einer sehr hilfreichen Änderung der Finanzierungsmodalitäten, die eine wirkliche Unterstützung bedeuteten.

Udo Hahn, Evangelische Akademie Tutzing: Der Mitte März verhängte Lockdown mit einem erst Mitte Juni unter Auflagen wieder aufgehobenen Veranstaltungsverbot führte zu erheblichen Einnahmeausfällen. Die Akademie wird zu etwa 40 Prozent aus Kirchensteuermitteln subventioniert und muss ca. 60 Prozent ihres Haushalts selbst erwirtschaften – durch eigene Tagungen sowie die Vermietung der Räume, u. a. an Firmen, Stiftungen und Universitäten. Weite Teile der Mitarbeiterschaft befanden sich zeitweise in Kurzarbeit. Der Hotelbetrieb hat Ende Juni die Arbeit wieder aufgenommen, Präsenzveranstaltungen finden seit Anfang September statt. In welcher Größenordnung sich am Ende des Jahres das Defizit bewegen wird, ist zum Zeitpunkt der Beantwortung dieser Frage unklar. Es hängt davon ab, ob und in welchem Umfang auch die Akademie staatliche Leistungen in Anspruch nehmen kann.

Niklaas Hofmann, DGB Bildungswerk BUND: Die Corona-Pandemie hat das DGB Bildungswerk BUND auf mehreren Ebenen getroffen: In unseren Tagungszentren in Hattingen und Hamburg sowie für unsere Bürostandorte mussten Hygienekonzepte ausgearbeitet werden. Die gute Zusammenarbeit innerhalb der DGB-Mitgliedsgewerkschaften mit hoher Sachkenntnis im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz hat uns enorm geholfen. Mit unseren Betriebsräten haben wir die Anpassungen der Arbeitsprozesse eng abgestimmt, um zu Abläufen zu kommen, die von unserer Belegschaft und unseren Teilnehmenden mitgetragen werden.

Alle Seminarangebote in der Betriebsratsqualifizierung, der gewerkschaftlichen Jugendbildung, der Weiterbildung sowie der politischen Erwachsenen­bildung sind von den massiven Einschränkungen bei Präsenzveranstaltungen betroffen: Aktuell haben wir bspw. deutlich weniger Teilnehmende in Präsenz­seminaren durch halbierte Kapazitäten in den Bildungszentren oder räumliche Beschränkungen in Tagungshotels. Die Abstandsgebote führen dazu, dass nahezu alle Seminarkonzepte überarbeitet werden mussten, da viele Methoden wie Warm-Ups, Gruppenarbeit sowie das Arbeiten mit Pinnwänden und Flipcharts auf Nähe und Austausch beruhen. Weiterhin entstand mit dem ersten Lockdown ein enormer Innovationsdruck in der digitalen Bildung.

Um wirtschaftlich über das Jahr zu kommen, mussten für eine Vielzahl von Projekten die Förderbedingungen neu abgestimmt werden. Außerdem mussten wir zahlreiche Beschäftigte in Kurzarbeit schicken.

Journal: Mit welchen Angeboten/Formaten und mit welchem Erfolg haben Sie die Arbeit Ihrer Einrichtung und die Kontakte zu den Teilnehmenden aufrechterhalten?

Stéphanie Bruel: Nach einer Phase der Aneignung von methodisch-didaktischen Kompetenzen im Bereich digitaler Bildung konnten unterschiedliche Formate angeboten werden. Es wurden Video-Konferenzen für die interessierte Öffentlichkeit unter Einbindung von externen Fachreferent*innen konzipiert und durchgeführt. Diese, an der politischen Aktualität thematisch ausgerichtet und als After-Work-Termin angeboten, wurden sehr gut angenommen und ermöglichten sogar die Neugewinnung von Zielgruppen, vor allem Berufstätige, die wir durch unser etabliertes Seminarportfolio vor Ort in den letzten Jahren nicht mehr erreicht haben. Auch Webseminare und Hybrid-Formate wurden durchgeführt, sowohl als Alternative zu eingeplanten Vor-Ort-Maßnahmen als auch als neues Angebot.

Trotz des hohen technischen, personellen und dadurch auch finanziellen Aufwands der Hybrid-Formate wurden sie von den Teilnehmenden als eine wertvolle Plattform erachtet, um vor allem im internationalen Kontext in einen fachlichen Austausch zu treten und alternative Formen der Begegnung zu ermöglichen. Um in Kontakt mit den Zielgruppen zu bleiben und unserer europapolitischen Stimme Gehör zu verschaffen, wurde der Podcast „Hab ich das laut gesagt?!“ entwickelt und angeboten. Dabei werden wöchentlich politische Inhalte beiläufig, informell vermittelt und mit persönlichen Erfahrungen und Biografien verknüpft, um Teile des durch die Pandemie geschlossenen vorpolitischen Raums zu füllen und zum Nachdenken anzuregen. Die wachsende Zahl der Zuhö­rer*innen zeigt, dass dieser Ansatz einen Nerv trifft und non-formale politische Bildung auch über diesen Weg ihre Ziele erreicht.

Uwe Roßbach: Es gab vielfach den Versuch, auf der neuen technischen Basis (Online-Tools) bisherige Kontakte aufrechtzuerhalten. Das war aber nicht immer von Erfolg gekrönt. Die Umstellung von Präsenz- zu Online-Formaten wurde angeboten, aber nicht im geplanten Umfang genutzt. Allerdings gelang es rudimentär, wichtige Kooperationspartner mit den „neuen“ Online-Kooperationsformen vertraut zu machen. Insbesondere einige Gewerkschaften waren bereit, sich auf dieses Feld zu begeben. Bei der Teilnehmendenakquise gab es sicherlich die größten Defizite.

Udo Hahn: Wir haben zum einem bestehende Social-Media-Aktivitäten (Facebook und Instagram) zur Kommunikation genutzt und intensiviert sowie die bisher sporadische Veröffentlichung von Beiträgen in unserem Blog ausgeweitet – mit Kommentaren zu Entwicklungen in Politik und Gesellschaft durch die Studienleiter*innen sowie durch Gast­autor*innen. Das Junge Forum der Akademie hat zuerst Online-Veranstaltungen durchgeführt. Alternativ zu einer abgesagten Tagung fand in einigen Fällen ein online moderiertes Gespräch mit ausgewählten Referierenden statt.

Vor allem aber wurde die Zeit genutzt, neue Formate zu konzipieren, um die Akademie im digitalen Raum zu präsentieren. Dieser Entwicklungsschritt war schon länger geplant, konnte aber mangels finanzieller Ressourcen nicht unternommen werden. Dies änderte sich mit einer bewilligten Förderung durch den Träger. Das Konzept steht unter der Überschrift „Den Denk- und Diskursraum der Akademie dauerhaft ins Netz erweitern“. Die hierfür bereitgestellten Mittel machen eine angemessene technische Ausstattung möglich sowie die Schulung bestimmter Bereiche der Mitarbeiterschaft (u. a. Kollegium und Tagungsassistenz), um die Technik bedienen zu können.

Auch wir haben inzwischen einen eigenen Pod­cast („Seefunken“). Und wir haben den „RotundeTalk“ etabliert, ein 1:1-Gesprächsformat in der persönlichen Begegnung in der Rotunde (Tagungsraum). Mit fast vierzig Gesprächen ist auf dem YouTube-Kanal der Akademie innerhalb von drei Monaten eine Mediathek politischer Bildung entstanden: Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sprechen im Interview über Corona und die Folgen für die unterschiedlichsten Bereiche der Gesellschaft.

Insgesamt zeigt sich, dass mit diesen Aktivitäten Resonanz erzielt werden kann. Sie erreicht auch Menschen, die bislang mit der Akademie nie in Berührung gekommen waren. Die Downloadzahlen etwa beim „RotundeTalk“ sind in der Regel immer dreistellig, im Einzelfall sogar in den mittleren bzw. oberen vierstelligen Bereich geklettert.

Niklaas Hofmann: Unsere Teilnehmenden haben auf die Situation mit großem Verständnis reagiert. Vom Brief über unsere Webseite bis zu Social Media haben wir alle Kommunikationskanäle eingesetzt, die uns verfügbar sind. Ab Juli setzten wir unsere Präsenzveranstaltungen mit einem klaren Hygienekonzept fort. Gewerkschaftliche politische Bildung setzt darauf, voneinander und miteinander zu lernen, um gemeinsames Handeln füreinander zu ermöglichen. Es gibt bei den Teilnehmenden eine klare Präferenz von Präsenz- gegenüber Online-Angeboten. Gleichwohl haben wir Angebote einschränken müssen, zum einen, weil die Kapazitäten in unseren Bildungsstätten reduziert werden mussten, zum anderen, weil Dienstreisen für Personal- und Betriebsräte nur eingeschränkt möglich waren.

Im Bereich der digitalen Bildung setzen wir seit April 2020 auf ein kreatives Experimentieren mit Onlineformaten wie Expert*innengesprächen zu politischen Themen oder verschiedenen Modellen zu mehrtägigen Seminaren bis hin zu mehrtägigen Konferenzen.

Journal: Welche Folgerungen sind aus der Erfahrung dieser Krise für die politische Bildung zu ziehen (bezogen auf Inhalte, Konzepte, Formate)? Werden Sie die unter den Bedingungen der Pandemie entwickelten neuen Angebote auch zukünftig beibehalten?

Stéphanie Bruel: Die Krise hat im hohen Maße Gefühle von Ohnmacht, Angst, Verunsicherung oder auch Wut erzeugt. Emotionen spielen im politischen Raum, in der Informationsverarbeitung, in der politischen Urteilsbildung eine zentrale Rolle. Dennoch sind sie bisher nur unzureichend in der Praxis politischer Bildung berücksichtigt und müssen daher künftig in der Didaktik und Methodik, in den Settings stärker eingebettet werden. Non-formale politische Bildung bietet Menschen gerade in Zeiten großer Verunsicherung Räume für Gemeinschaftserfahrungen und gemeinsame Reflexion. Die Begegnung, das gemeinsame Lernen vor Ort sind zentrale Voraussetzungen für nachhaltige Bildungsprozesse. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, um strukturelle Ungleichheiten und Bildungsbenachteiligungen abzubauen. Daher werden wir künftig soweit es geht Präsenzseminare anbieten, treu unserem Motto „Europa entsteht durch Begegnung“. Darüber hinaus werden wir neu entwickelte Formate wie den Podcast, Hybrid- und Online-Veranstaltungen beibehalten, wenn sie einen sinnvollen Mehrwert darstellen, um neue Zielgruppen zu gewinnen, bzw. vorhandene Zielgruppen im internationalen Kontext besser und effizienter erreichen zu können.

Uwe Roßbach: Die neuen Online-Formate stärken die allgemeinen Tendenzen zur Kurzzeitpädagogik und zum Infotainment, ohne allerdings wirklich durchschlagend auf Teilnahme und Bildungszeiten zu wirken. Gefühlt entsteht relativ schnell ein hoher Sättigungsgrad bei Online-Veranstaltungen. Die soziale Kontrolle sinkt bei Online-Teilnahmen im Gegensatz zu Präsenzveranstaltungen, eine Folge sind hohe Abbruchraten. Die gibt es in Präsenzveranstaltungen nicht.

Emotionale, gruppendynamische und allgemein sozialkommunikative Elemente haben in diesen Formaten kaum Platz. Erfreulich: Sowohl Jugendliche als auch Erwachsene fragen weiterhin eher Präsenzveranstaltungen als Online-Formate nach. Besonders problematisch: Rein digitale Angebote erschließen kaum neue Zielgruppen, erhöhen aber die Zugangsbarrieren. Auch die implementierten Onlinezahlungssysteme dürften (in Zukunft) eine weitere Zugangsbarriere sein.

Im Gegensatz zu Präsenzveranstaltungen wurden keine Teilnahmegebühren erhoben – die Sonderförderkonditionen spielten hier eine wichtige Rolle. Das könnte aber eine schwere Zukunftshypothek für die Einrichtungen sein, wenn „Normalisierung“ eintritt.

Eine dauerhafte Zusatzförderung der digitalen Infrastrukturen durch die wichtigen Fördermittelgeber – besser: ein eigener Digitalpakt für die Erwachsenenbildung – ist aufgrund der laufenden technischen Veränderungen eine notwendige Forderung. Zumal diese auch legitim ist, denn im Gegensatz zum allgemeinbildenden Schulsystem ist die pädagogische Aneignung der neuen technischen Möglichkeiten in der (politischen) Jugend- und Erwachsenenbildung bereits weit vorangeschritten. Und sie könnte positive Rückkoppelungsprozesse auf das Schulsystem generieren – nicht zum ersten Mal in der Geschichte.

Vor diesem sehr frischen und kurzen Erfahrungshintergrund sind natürlich weitreichende Folgerungen noch nicht möglich. Sehr positiv wirkt aber schon jetzt der mittelbare Zwang bei Pädagog*innen, sich unter pädagogischen Prämissen auch mit Online-Tools viel stärker als bislang auseinanderzusetzen, sie auf Tauglichkeit zu prüfen, sie quasi experimentell einzusetzen und zu evaluieren. Ein erstes Zwischenresultat: Hybride Formate werden zunehmen. Das ist auch pädagogisch sinnvoll. „Das Format“ der politischen Bildung bleibt aber die Präsenzveranstaltung, von ihr geht die Hybridisierung aus. Dafür gibt es gute pädagogische und technische Gründe.

Udo Hahn: Der Digitalisierungsschub hat neue Formen der Bildung ermöglicht. Es hat sich gezeigt, dass Meinungsbildung und Orientierung auch durch digitale Diskursformate erfolgen können. Und es ist die Beteiligung von Menschen möglich, die sonst keine Möglichkeit zur Teilnahme hätten. Diese Formate (einschl. Blog, „RotundeTalk“ etc.) werden in unserem Angebot bleiben. Auf diese Weise ist es möglich, die Reichweite der eigenen Aktivitäten zu erhöhen. Ob man mit diesen Angeboten auch einen wirtschaftlichen Ertrag erzielen kann, ist derzeit offen. Aber als Marketingmaßnahme kommen sie in jedem Fall in Betracht.

Digitalformate – das zeigen die eigenen Erfahrungen – können Präsenzveranstaltungen jedoch nicht ersetzen. Die persönliche Begegnung in einem Raum, an einem Ort, bietet gegenüber der medialen Kommunikation entscheidende Vorteile. Medien verzerren bzw. beeinträchtigen die Kommunikation. Gestik und Mimik als wichtige Ausdrucksformen bleiben außen vor, ebenso das Gespräch in der Pause, beim gemeinsamen Essen oder am Abend. Für die Meinungsbildung sind aber genau diese Elemente von entscheidender Bedeutung.

Niklaas Hofmann: Sicherlich werden uns Errungenschaften aus den digitalen Angeboten über die Pandemie hinaus erhalten bleiben, für eine Bewertung der Formate ist es aber noch zu früh. Gleichwohl sehen wir die Notwendigkeit, die Debatte über Lernen im digitalen Raum zu intensivieren: Dem verständlichen Impuls durch den Lockdown – „Macht das doch mal digital!“ – sollte eine intensive Debatte darüber folgen, wo Chancen und Grenzen des Lernens im digitalen Raum liegen. Für uns als gewerkschaftlichen Bildungsträger stellt sich die Frage, wie sich Solidarität und gemeinsames Handeln entfalten lässt, wenn die Kolleginnen und Kollegen letztendlich alleine in ihrem Zimmer sitzen. Gleichzeitig muss ausprobiert und überdacht werden, wieviel Online-Zeit in einem einzelnen Seminar zumutbar ist. Der analoge Unterrichtstag mit sechs Zeitstunden in der politischen Erwachsenenbildung sollte hier nicht als Maßstab dienen, denn das erscheint uns unzumutbar. Auf der politischen Ebene haben noch zu wenige Bundesländer einen digitalen Bildungsurlaub ermöglicht, hier besteht ganz klar Nachholbedarf.

* Die Antworten auf die Fragen des Journal wurden vor Beginn des zweiten („sanften“) Lockdowns formuliert und spiegeln den Stand von Oktober 2020. Die Fragen stellte Klaus Waldmann, leitender Redakteur.

Zitation:
Waldmann, Klaus (2021). Hybride Formate werden zunehmen. Interviews mit Expert*innen über politische Bildung während und nach der Pandemie, in: Journal für politische Bildung 1/2021, 28-32, DOI https://doi.org/10.46499/1669.1806.

Im Interview

„Ein eigener Digitalpakt für die Erwachsenenbildung ist eine notwendige Forderung.“ Uwe Roßbach, Geschäftsführer, Arbeit und Leben Thüringen, DGB/VHS

„Nur sehr wenige Hilfspakete haben sich für Bildungsstätten als passend erwiesen.“ Stéphanie Bruel, Geschäftsführerin „Bildung“ an der Europäischen Akademie Otzenhausen, gGmbH

„Digitalformate können Präsenzveranstaltungen nicht ersetzen.“ Udo Hahn, Pfarrer und Publizist, seit 2011 Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing

„Eine intensive Debatte zu Chancen und Grenzen des Lernens im digitalen Raum muss folgen.“ Niklaas Hofmann, DGB Bildungswerk BUND e. V., Politische Leitung Erwachsenenbildungszentrum Hattingen         

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