„Gut, dass mal jemand fragt.“

Die Explorationsstudie der John Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie (JoDDiD) zeigt aktuelle Bedürfnisse, Herausforderungen und Arbeitsbedingungen in der non-formalen politischen Bildung in Sachsen auf. Dabei wird deutlich, dass Bildner*innen selten über didaktische oder pädagogische Ausbildungshintergründe verfügen. Es werden darüber hinaus konkrete Weiterbildungsbedarfe und Belastungen durch prekäre Arbeitsbedingungen aber auch eine hohe Zahl an unterschiedlichsten Angriffen auf Projekte und Bildner*innen sichtbar.

Ziel der 2020 gegründeten JoDDiD an der TU Dresden ist es, den Bereich der non-formalen politischen Bildung nicht nur durch Materialien, Impulse und Transferformate zu stärken und zu unterstützen, sondern auch beratende Ansprechpartnerin zu sein und Angebote zur Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen. Um zunächst einen Überblick über das Feld zu erhalten, wurde im Sommer 2021 eine Online-Umfrage unter Mitarbeiter*innen von Träger*innen durchgeführt, die politische Bildungs­angebote in Sachsen unterbreiten. Ziel war es, einen ersten explorativen Einblick in die Zusammensetzung, Bedürfnisse, Herausforderungen und Arbeitsbedingungen der Befragten zu erlangen.

Die Umfrage wurde im Rahmen der sechsten Jahreskonferenz des Demokratie-Zentrums Sachsen gestartet und zusätzlich über Soziale Medien (Instagram und Facebook) beworben. Auf die mehrheitlich offenen Fragen antworteten über 80 Menschen aus dem Bereich der außerschulischen politischen Bildung. Darunter sind überwiegend Bildner*innen von befristeten Projekten – institutionelle Träger*innen sind eher unterrepräsentiert. Nicht zuletzt durch die Art der Rekrutierung und Bewerbung der Umfrage kann somit nicht von repräsentativen Ergebnissen ausgegangen werden. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass zahlreiche Ergebnisse von anderen Studien gestützt werden. Während die geschlossenen Fragen deskriptiv statistisch ausgewertet wurden, erfolgte hinsichtlich der offenen Fragen eine qualitative Inhalts­analyse. Im Folgenden sollen ausgewählte Ergebnisse knapp vor- und erste Ableitungen dargestellt werden.

Mitarbeiter*innen in der außer­schulischen politischen Bildung ­ beginnen ihre Tätigkeit in der Regel ohne didaktische und eher selten mit pädagogischer Ausbildung.
Nahezu alle Befragten verfügen über einen Hochschulabschluss, haben jedoch in der Regel keinen didaktischen Qualifikationshintergrund. Rund 40 Prozent gaben an, ein pädagogisch orientiertes Studium wie Erziehungswissenschaften, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik oder eine pädagogisch orientierte Berufsausbildung abgeschlossen zu haben. Die Mehrheit hat jedoch einen Abschluss in einem sozialwissenschaftlichen Studiengang, beispielsweise Politikwissenschaft oder Soziologie (Jugel/Lewerenz 2022: 5).

Die Karrierewege außerschulischer politischer Bildner*innen sind vielfältig und lassen keine „typischen”…

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Die Autoren

Rico Lewerenz ist Gymnasiallehrer für Mathematik und Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung und Wirtschaft sowie aktuell wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Didaktik der politischen Bildung der TU Dresden sowie an der John-Dewey-Forschungsstelle für Didaktik der Demokratie.

David Jugel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der John-Dewey-Forschungsstelle für Didaktik der Demokratie der TU Dresden und leitet das „Zentrum für inklusive politische Bildung“ in Dresden.

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