Beziehungskrise: Bürger*innen und Demokratie

Ausgehend von der These, dass in westlichen Gesellschaften die Sorge um die Demokratie wächst und das Vertrauen in Institutionen und demokratische Prozesse verloren geht, hat die Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit der Initiative More in Common eine Studie zur Bedeutung der Demokratie und zu den Erwartungen der Bevölkerung an die Demokratie in Auftrag gegeben. 

Anfang 2021 wurden mehr als 10.000 Personen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und den USA befragt. In Deutschland finden 93 % die Idee der Demokratie gut und für 94 % ist es wichtig, in einer Demokratie zu leben. Wichtige Kriterien für die Demokratie sind für die Deutschen in dieser Reihenfolge: Meinungsfreiheit, freie Wahlen, Gleichheit vor dem Gesetz, gleiche Regeln für alle, deren Einhaltung vom Staat überwacht wird, unabhängige Medien, die Freiheit zum Protest, sichere Grundversorgung, Gewaltenteilung, Schutz vor Diskriminierung und auch, dass der Staat sich vor allem um die eigenen Bürger*innen kümmert. 

Als weniger wichtig betrachtet wird u.a., dass es eine starke Führung gibt und dass die Politik den Bürger*innen keine Vorgaben macht. Ca. 24 % haben eine ambivalente Einstellung gegenüber der Demokratie, 42 % merken an, dass sie ihre Meinung nicht frei äußern können, 70 % sind der Meinung, dass die öffentliche Debatte zunehmend hasserfüllt ist, und 65 % machen sich Sorgen um die Zukunft der Demokratie. Die Stude enthält sehr interessante und bedenkenswerte Ergebnisse zu den fünf Ländern.

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Der Autor

Klaus Waldmann ist leitender Redakteur des Journal.

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