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Shrinking Spaces in der Jugend(verbands)arbeit

Wie demokratische Freiräume junger Menschen unter Druck geraten

Die erstarkte extreme Rechte, ihre Ideologie und ihre Parteien – allen voran die AfD – treiben Grenzverschiebungen voran. Sie bekämpfen freie Träger der Jugendhilfe und Organisationen wie die der politischen Jugendbildung, die zusätzlich Kürzungen sowie staatlichen Eingriffen in die Trägerautonomie und das Subsidiaritätsprinzip ausgesetzt sind. In dieser Situation bauen Jugendverbände und -ringe mit Bündnissen Wissen und Expertisen auf, um Engagierte darin zu stärken, eigene Handlungssicherheit und -fähigkeit zu erhalten und sich für Freiräume junger Menschen einzusetzen.

Die im Deutschen Bundesjugendring organisierten Jugendverbände und -ringe verstehen sich als Werkstätten der Demokratie, weil sie demokratische und politische Handlungs- und Erfahrungsräume junger Menschen sind. Als Freiräume, demokratische Selbstorganisationen und Orte politischer Sozialisation, in denen Politik und politische Jugendbildung von jungen Menschen selbst gestaltet wird, wird „Demokratie im Kern gemacht, ganz so, wie man es in einer Werkstatt erwarten würde. Es geht um das Erlebnis von möglichst selbstbestimmten Räumen und Zeiten. Aus den Materialien Raum, Zeit und Gemeinschaft wird Demokratie gebastelt“ (Groschwitz 2014: 51).

In der Aushandlung von Positionen, in selbstorganisierter Interessenvertretung sowie in der Auseinandersetzung mit politischen Themen in Gruppenstunden, Zeltlagern und vielen Projekten erleben junge Menschen Demokratie und politische Sozialisation unmittelbar. Sie sammeln Erfahrungen mit inhaltlichen Diskussionen, Entscheidungsverfahren, Organisation, Interessenkonflikten und Machtverhältnissen. Das Integrationsmodell für politische Bildung (Becker 2022: 41–55) beschreibt, wie anlassbezogene Auseinandersetzungen mit politischen Themen, Jugendpolitik und politischem Engagement sowie arrangierte und sachbezogene Angebote in vielfältigen Gruppenstunden, Freizeiten, Projekten und Workshops mit systeminhärenten Erfahrungsmöglichkeiten von Formen innerverbandlicher Demokratie ineinandergreifen. Auf diese Weise entsteht ein lebendiger Raum für politische Bildung.

Damit das gelingt, brauchen junge Menschen Freiräume: selbstbestimmte Zeiten, Orte und Möglichkeiten, in denen sie gemeinschaftlich handeln, gestalten und Verantwortung übernehmen. Dafür setzen sich Jugendverbände als demokratische Selbstorganisationen junger Menschen und ihre Zusammenschlüsse, die Jugendringe, ein. Nur so entstehen Werkstätten, in denen sich Demokratie zwischen jungen Menschen ereignen kann, statt bereits Bestehendes lediglich zu reproduzieren. Jugendverbände verstehen sich deshalb auch als grundlegende, kritische, demokratiestärkende und -erneuernde Strukturen. Das äußert sich auch in der „kritisch-konstruktive[n] Beobachtung und Begleitung des Handelns von Legislative, Judikative und Exekutive aus der Perspektive und im Interesse junger Menschen“ (DBJR 2020: 1).…

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Die Autoren

Maximilian Lorenz (M. A.) ist Referent für politische Jugendbildung beim Deutschen Bundesjugendring e. V. (DBJR). Er setzt sich mit politischer Jugendbildung in Jugendverbänden und -ringen auseinander. Für den DBJR engagiert er sich in der Gemeinsamen Initiative der Träger Politischer Jugendbildung (GEMINI) im Bundesausschuss Politische Bildung (bap) sowie in der Bundeskoordination der Kinder- und Jugendwahl U18-Wahl.

Lars Reisner (M. A.) ist Referatsleiter des Referats Grundlagenarbeit und jugendpolitische Themen beim Deutschen Bundesjugendring e. V. (DBJR). Dort setzt er sich u. a. für die Stärkung der Jugendverbände und -ringe gegen Anfeindungen der extremen Rechte ein.