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„Out of (civic) space“?

Zivilgesellschaft zwischen Erschöpfung und Strategiebildung

Betrachtet man die Entwicklung des Politikfeldes Engagementpolitik der letzten 25 Jahre, wird deutlich: Bürgerschaftliches Engagement ist heute nicht nur wesentlich sichtbarer in der Gesellschaft, sondern auch mehr denn je systematisch in der Politik verankert. Diese Entwicklung steht jedoch im Widerspruch zur aktuellen Lage der Zivilgesellschaft, deren Handlungsräume zunehmend eingeschränkt werden. Doch wie kann die Zivilgesellschaft strategisch reagieren und wie sollte sie politisch unterstützt werden?

Gegenwärtig werden wir Zeug*innen davon, wie die amerikanische Demokratie von innen heraus untergraben wird – und wie sich in Deutschland schleichend ähnliche Muster abzeichnen. Darauf weist Cathryn Clüver Ashbrook in ihrem jüngst erschienenen Buch hin (Ashbrook 2026). Die Politikwissenschaftlerin argumentiert, dass strategische Angriffe auf liberale Demokratien besonders dann erfolgreich sein können, wenn Institutionen geschwächt sind, Bildungssysteme wenig Schutz bieten und Gesellschaften in Teilöffentlichkeiten zerfallen, in denen Polarisierung zunimmt und sich diskursive Abschottung verstärkt. Ashbrook steht mit dieser Diagnose nicht allein. Ein Blick in das Ressort Zeitgeschichte/Politik zeigt: Viele kluge Köpfe verleihen derzeit ihren Gedanken dazu Ausdruck, dass Demokratien keine Selbstläufer sind (vgl. z. B. Neumann/Schneider 2025, vgl. Zick u. a. 2025, vgl. Roth 2023; 2025, vgl. Münkler 2026).


Zivilgesellschaft in Deutschland im Wandel

Einem Aspekt kommt bei lösungsorientierten Ansätzen bislang erstaunlich wenig Aufmerksamkeit zu: dem entschiedenen Appell, die Zivilgesellschaft nachhaltig zu stärken und strukturell zu stabilisieren – auch im Interesse der Resilienz unserer Demokratie. Dabei wäre sie ein profundes Mittel gegen die von Ashbrook beobachtete Entwicklung. Was im öffentlichen Diskurs meist außen vor gelassen wird, ist die gute Nachricht: Überwältigend viele Menschen – fast 40 % der Bevölkerung ab 14 Jahren – engagieren sich in Deutschland für andere (BMFSFJ 2025). Sie verbessern die Lebensbedingungen, unterstützen die Daseinsvorsorge, helfen einander und entwickeln neue Ideen für die Gemeinschaft. Sie ermöglichen Dinge, die durch verpflichtende Angebote nicht umsetzbar wären. Dank einer lebendigen Zivilgesellschaft ist unsere Demokratie funktionsfähig. Gerahmt wird das Engagement durch gemeinnützige Organisationen – allen voran durch gemeinnützige Vereine. Auch informelle Engagementformen nehmen seit einigen Jahren zu. Die Zivilgesellschaft bleibt von den politischen, technologischen, demografischen und ökologischen Veränderungsprozessen unserer Gesellschaft nicht unberührt. Die Erschöpfung ist deutlich spürbar. Zugleich stellt sie eine positive Kraft im Zuge der Transformation dar.

Engagement knüpft ein Band des Miteinanders und wirkt integrativ sowie inklusiv. Es kann Schule der Demokratie sein,…

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Die Autorin

Dr. phil Lilian Schwalb ist Politik- und Verwaltungswissenschaftlerin und Geschäftsführerin des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE). Aktuell schließen sich im BBE fast 300 korporative Mitglieder sektorenübergreifend mit dem Ziel zusammen, Engagement nachhaltig zu fördern und Zivilgesellschaft eine Stimme zu verleihen.