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Normalisierung und Polarisierung


Andreas Zick, Beate Küpper, Nico Mokros, Marco Eden (Hg.): Die angespannte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2024/25, Bonn (Dietz Verlag) 2025, 428 S., 18,– €

Seit 2006 werden rechtsextreme, demokratiegefährdende und menschenfeindliche Einstellungen mit den „Mitte-Studien“ der Friedrich-Ebert-Stiftung empirisch untersucht. Die Studien gelten als Seismograf für demokratische und antidemokratische Stimmungen im Land und basieren auf einer bundesweiten Repräsentativerhebung. In der neuen Studie gehen 18 Autor*innen in zwölf Kapiteln den Fragen nach, „wo die Grenze verläuft zwischen Vorurteilen (die wir alle in uns tragen), offener Menschenfeindlichkeit (z. B. Rassismus oder Antisemitismus), zwischen legitimer Kritik am Funktionieren der Demokratie und gefährlicher Delegitimierung bis hin zum harten Rechtsextremismus, der beide in sich vereint – den Hass auf das demokratische System und den Hass auf Menschen“ (16).

Die Beiträge des umfangreichen Bandes behandeln eine Vielzahl von Themen, die empirisch ausgewiesen, diskutiert und gedeutet werden. Diese reichen von Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft und Gewalt gegen wohnungslose Menschen über Maskulinismus und Antifeminismus, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit, Gesundheit und Lebenszufriedenheit bis hin zu Raum/Daseinsvorsorge und Demokratie sowie Sozialisationsfragen, Schule als ideologische Kampfarena und Politische Bildung.

In der Einleitung wird eine „angespannte Mitte“ mit ihren Polarisierungen, Normalisierungen und Kipppunkten diagnostiziert. Nach Andreas Zick findet der Rechtsextremismus „auf vielfältige Weise den Weg in die Mitte der Gesellschaft“ (30). Dabei zeigt sich – mit 3 %, die ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild haben – ein Rückgang rechtsextremer Einstellungen im Vergleich zur letzten Studie; „gleichzeitig wachsen die Graubereiche zwischen Zustimmung und Ablehnung“ (33). Die differenzierten Daten zum Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft – dem Kernstück der Studie – zeigen u. a. eine wachsende Demokratieorientierung in der Bevölkerung und im Ergebnis: „Die Mitte hat sich vorerst nicht weiter einer rechtsextremen Ideologie zugewandt, aber auch nicht eindeutig abgewandt“ (98) und – bei allem Misstrauen, aller Kritik und allen Zweifeln – verortet sich „die große Mehrheit demokratisch“ (185).

Mit Blick auf die Vielzahl der Daten zum Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft zeigt sich u. a., dass der Un­ter­schied zwischen West- und Ostdeutschland „statistisch nicht signifikant ist“ (92) und 70 % den zunehmenden Rechtsextremismus als bedrohlich empfinden. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen haben 7 % ein rechtsextremes Weltbild. Damit ist es in dieser ­Altersgruppe weiterverbreitet als unter Älteren. Die überwiegende Mehrheit der Befragten lehnt politische Gewalt ab; „im…

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Der Rezensent

Benno Hafeneger, Dr. phil., Prof. (em.) für „Außerschulische ­Jugendbildung“ am Institut für ­Erziehungswissenschaft der ­Philipps-Universität Marburg.