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Neue Räume für politische Bildung: Jüdische Akademie Frankfurt

Drei Akademien gehen neue Wege und geben Einblick in ihre Arbeit: In Frankfurt öffnet 2025/26 die Jüdische Akademie ihre Pforten. In Dresden arbeiten die evangelische Landeskirche und das katholische Bistum an der Gründung der ersten christlich-ökumenischen Akademie. In Heidelberg plant die Muslimische Akademie den Bau eines neuen Tagungshauses. Sabena Dontath, Dr. Ulrike Irrgang und Yasemin Soylu schildern, warum religiöse Träger politischer Bildung besondere Impulse geben können. Sie erläutern, wie ihre Akademien gesellschaftliche Dialogräume öffnen, die Diversität der Trägerlandschaft stärken und auf aktuelle Herausforderungen reagieren.


Jüdische Akademie Frankfurt

JOURNAL: Wo stehen Sie gerade in der Entwicklung Ihrer Akademie bzw. Neugründung? Warum braucht es diese neben dem bereits Bestehenden? Wie gestaltet sich der Prozess?

Donath: Die 2025/2026 in Frankfurt am Main eröffnende Jüdische Akademie wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragen. Als erste überregionale jüdische Bildungseinrichtung dieser Art seit der Schoah in Deutschland leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur jüdischen Bildungs- und Kulturlandschaft. Die Institution richtet sich an ein breites Publikum: an die jüdische Gemeinschaft aus Deutschland und Europa ebenso wie an Angehörige anderer Religionsgemeinschaften und die interessierte Öffentlichkeit. Im Fokus stehen jüdische Perspektiven auf gesellschaftliche Fragen sowie interreligiöser und interkultureller Dialog. Als eigenständige Institution des Zentralrats der Juden in Deutschland wird die Akademie wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurse aufgreifen und initiieren. Durch Konferenzen, Vorträge und Seminare sowie wissenschaftliche Publikationen soll sie als Ort des offenen Austauschs und der kritischen Reflexion fungieren, der jüdische Stimmen und Positionen selbstbestimmt in aktuellen Debatten sichtbar macht.
Die Jüdische Akademie befindet sich derzeit in einer fortgeschrittenen Bauphase. Am 25. September 2024 haben wir gemeinsam mit vielen Gästen aus Politik, Stadtgesellschaft und der jüdischen Community das Richtfest gefeiert, ein bedeutender Meilenstein, der die Fertigstellung unseres Rohbaus markiert. Unsere Akademie entsteht auf dem Kulturcampusareal an der Senckenberganlage in Frankfurt am Main. Der Entwurf des Frankfurter Architekten Zvonko Turkali sieht eine Verbindung aus einem mehrgeschossigen Neubau und einer denkmalgeschützten Bestandsvilla vor. Der Neubau wird fünf Ebenen mit verschiedenen Räumlichkeiten umfassen. Beson­ders zu erwähnen sind der koschere Speisesaal im Untergeschoss, ein multifunktionaler Akademiesaal im Erdgeschoss und ein großer Veranstaltungssaal mit Platz für 200 Personen im ersten Obergeschoss.

JOURNAL: Welche Bedeutung kann (ggf. auch sollte) Religion in der Praxis von politischer Bildung einnehmen? Gibt es ein Praxisbeispiel…

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Die Interviewte

Sabena Donath ist Direktorin der entstehenden Jüdischen Akademie des Zentralrats der Juden in Deutschland. Seit 2012 leitet sie die Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland. In diesem Rahmen forscht und lehrt sie maßgeblich zu Antisemitismus, transgenerativen Auswirkungen der Schoah und pluralen jüdischen Gegenwarten in der postmigrantischen Gesellschaft.